Sightseeing Tour

Unter Umständen haben Sie bemerkt, dass es von Freitag auf Samstag nicht nur bei der DB Verspätungen gab, sondern auch im Adventskalender. Ich weilte in meiner alten Heimat, in Wuppertal, von den Einheimischen manchmal auch liebevoll Dabbelju-Upper-Valley genannt. Diese Stadt hat ihrem Zentrum in den letzten Jahren ein komplett neues Gesicht verpasst; ich glaube man ist sich untereinander nicht ganz einig, ob die Komposition nun wirklich so gelungen ist.

Da sind auf jeden Fall zu wenige Bäume. Wuppertaler lieben Bäume, die ganze Stadt steht voll damit, im Sommer, wenn alles grün ist, kann man an manchen Stellen nicht wirklich erkennen, dass es sich um eine mittelprächtige Großstadt handelt.

Habe eine Bilderserie zusammengeknippst; morgens um 05:30h oder so, konnte nicht schlafen und nutzte die Gunst der Stunde; Dunkelheit und mehr oder weniger völlige Abwesenheit von Menschen. Ein Traum. Wirklich, ich kam mir vor, wie ein berühmter Fotograf, für den man eigens die Location abgesperrt hatte. *g*

Blick aus dem Hotelzimmer

Ich residierte standesgemäß im ehemaligen Kaiserhof. Verarmter Möchtegern-Adel im InterCity-Hotel. Muhaha. Aber war sehr schön dort, kann den Aufenthalt nur empfehlen.

Ruhe vor dem Berufsverkehr

Diese leere Kreuzung erinnerte mich an meine Lehrzeit; damals musste ich sie auch um ungefähr diese Uhrzeit queren, damit ich pünktlich die Feile schwingen konnte.

Einer ist immer wach

Farbenspiel

Lochkarten

Dieses Gebäude wird wohl kontrovers diskutiert. Ich finde, es hat eine umwerfende Ausstrahlung; auf der einen Seite strenge klare Linien, auf der anderen, der Innenstadt zugewandten Seite sind die Fassaden weich geschwungen. Wirklich unschön ist allerdings, dass dort ein Primark reinkommt. Hallo? Primark in einer Stadt, die, ob ihrer textilen Vergangenheit eigentlich wissen müsste, wie ein Fluss und dessen Umgebung leidet, wenn man seine ganzen Chemikalien hineinleitet. Primark steht für ihre, “Arbeits-, Lohn- und Produktionsbedingungen in Billiglohnländern, Schadstoffbelastungen in der angebotenen Ware sowie die mangelnde Nachhaltigkeit der angebotenen Textilien, international in der Kritik.” Der Bürgermeister von Wuppertal riet zu einem Boykott der Filliale, hatte aber “keinen Einfluss auf die Eigentümer des Gebäude”. Wie üblich. ^^

Wuppertaler Löwe

Einer von zweien. Die Originale standen vor dem Umbau links und rechts des Eingangs der Bundesbahndirektion, nun wurden diese silbernen Brüder versetzt zueinander auf einer kleinen Wiese drapiert.  Faszinierende Angelegenheit, wenngleich ich nicht herausfinden kann, wer das arrangiert hat. Zu den originalen Löwen gibt es eine herzerweichende Geschichte, am Ende wurden sie wohl eingelagert.

Alt und neu

Altes perfekt in Szene gesetzt

Eingang in die Innenstadt

Man kann sich nicht mehr vorstellen, dass man an dieser Stelle mal durch eine enge Unterführung gelaufen ist.

Tannenbaum

Soo viel Platz

Und nur so wenige Bäume, erwähnte ich das schon? Die Investoren wollten eigentlich nicht einmal die insgesamt drei Bäumchen vor ihrem Haus dulden, mussten aber wenigstens dort mal den kürzeren ziehen.

Neugierig

Es ergänzt sich so gut, wie sich das Gebäude dem Baum zuneigt, als befände man sich in einem vorsichtig geflüsterten Gespräch. (Das Bild entstand Stunden später, quasi halb im Zug, bin froh, es noch gesehen zu haben.)

Stangenwald (im Bahnhofsgebäude)

Statt Bäume gibt es einen Stangenwald. Mir gefällt das, keine Frage. Aber warum ist man immer so geizig mit lebendigem Grünzeug? So, Smog in den Städten und all das, da kann man doch abseits von albernen Fahrverboten effektiv etwas gegen tun. Wir haben heute soviel Wissen über begrünte Städte und nüscht passiert. Ach ne, warte, Rollrasen haben sie am oberen Bahnhofsvorplatz ausgelegt. Is ja schonmal was…

Noch ein Tannenbaum

Zwischen den Säulen können Sie ein Klavier erahnen. Jeder, der vorbeikommt und sich traut, kann darauf spielen. DAS is nu wieder eine wunderbare Sache, schonmal dann, wenn sich noch jemand mit einer Geige dazu gesellt. Es kostete einiges an Mühe, nicht auf der Stelle einen Tränsensee zu vergießen. Und am Morgen vor der Abreise traf ich eine junge Frau, die genauso begeistert war, von einer spielenden Dame, wie ich und *zack* stand man eine viertel Stunde herum und erzählte vom woher und wohin. 🙂

Zum Schluß noch

ein Herz für Wuppertal

Aufgenommen aus dem Zugfenster auf der Hohenzollernbrücke in Köln; das komplette Geländer hängt voll mit diesen Liebesschlössern, zwischen zwei und 15 Tonnen soll die Pracht wiegen, die Bahn meint, was auch immer, die Brücke trage es.