Goldrausch

Das Bild zeigt die kaputte Umgebung, in der Menschen existieren, die sich mit dem schürfen nach Gold beschäftigen. In Nome, Alaska war das, was ich dieser Tage sah. Da graben Menschen den Meeresboden auf der Suche nach Gold um und hausen in Zuständen, die zu beschreiben ich mich nicht in der Lage sehe, ohne diesen Menschen zu nahe zu treten.

Zum Glück gibt es die moderne Kunst, welche es erlaubt, die schlimmsten Krakeleien auf die Leinwand zu werfen und damit ganz genau zu sagen, was man denkt:

Jeder steckt in seinem Claim und obwohl es unfassbar viel Gold auf der Erde gibt, gelangen nur sehr wenige in den den zweifelhaften Genuss, sich goldene Wasserhähne in die Buden zu schrauben. Die meisten verbringen Zeit ihres Lebens mit einer Möhre vor der Nase. Es gibt in der Wiki im Artikel über den Klondike Rausch einen schönen Satz, der perfekt zeigt, wie irrsinnig die Suche nach Gold eigentlich ist: “Insgesamt wandten die Goldsucher 50 Millionen Dollar auf, um zum Klondike zu kommen, was etwa dem Wert des Goldes entsprach, das sie in den ersten fünf Jahren aus dem Land holten.”

Was man bis heute an Land, Wasser und Menschenpotential verschleudert hat, für diese gelbe Metall, ist womöglich einer der Anlässe für die Geschichten, in denen man dem Teufel seine Seele verkauft.


  • habe zum ersten Mal einen Keilrahmen selbst mit Leinwand bespannt und bin begeistert, wie einfach das ist. In Zukunft werde ich besseres Material nutzen können und genau so viel ausgeben, wie jetzt.

70er Jahre

Neulich hat mich das Sonnenlicht, welches durch die Jalousie auf die Türe fiel, spontan an eine Tapete aus den 70ern erinnert.


Die 70er. Da zählten wir erst knappe vier Milliarden Menschen und niemand hatte eine Ahnung davon, was ein Smartphone sein soll. Die rasende Entwicklung der letzten vier Jahrzehnte ist eigentlich unvorstellbar. Manchmal frage ich mich, ob unsere Seelen da überhaupt noch hinterher kommen. Oder ob wir uns nachher drüben vollkommen ratlos fragen, was hier eigentlich los war. Wie so Pinguine stehen wir dann im Kreis und wedeln aufgeregt mit unseren Stummelflügelchen. Sind ja auch viel praktischer, zum wischen.

Als ich klein war, sagte Ken Olson, es gäbe keinen Grund, warum jemand einen Computer zu Hause haben wollte und heute besitzen fünf Milliarden Menschen einen Computer für die Hosentasche. Ein Durchschnittsgewicht von 150g pro Smartphone gerechnet, ergibt das nach Adam Riese 750.000 Tonnen  Material, die man dafür verballert hat. Mal ganz abgesehen, von den ungezählten Tonnen Material, die dafür bewegt werden mussten. Und vergessen Sie nicht, die Fabriken, die Maschinen, die man für die Herstellung braucht, das menschliche Potential, das seine Zeit damit verschwendet, die Dinger zusammen zu bauen. – Wieviele Raumschiffe man dafür hätte herstellen können. Schiffe, mit denen man zum Asteroidengürtel fliegen könnte, sich von dort aus mit Rohstoffen eindecken und der Menschheit in ein wirklich neues Zeitalter zu verhelfen.

Klar, Kriege zu beenden und die dritte Umverpackung je Produkt einsparen, würde wohl noch mehr Ressourcen freisetzen, aber wir wollen ja realistisch bleiben; Waffen und Verpackungen darf man den Menschen schließlich auf keinen Fall wegnehmen, wo kämen wir denn da hin. Dennoch, bei dieser ungeheuren Verschwendung tut der Mensch  immer so, als gäbe es nicht genug für alle.

Ich fühle mich genötigt, das in Frage zu stellen und zitiere hier mal: “Seit den 1970er Jahren nimmt der Ressourcenverbrauch stark zu. In den vier Jahrzehnten bis 2010 stieg er von 22 auf 70 Milliarden Tonnen (pro Jahr!). Besonders ausgeprägt zeigt die Kurve seit 2000 nach oben.”  Weiter hier: geplünderte Erde.

Rechnen Sie doch mal aus, wie viele Tonnen Rohmaterial der Mensch inzwischen umgeformt hat. Falls Sie das auf die Schnelle nicht können, sag ich es Ihnen: die schier unglaubliche Zahl von 130 Billionen Tonnen wird als Gewicht unserer “Technosphäre” angegeben. Das “gesamte technologische Gerümpel zu Wasser, Land und in der Luft, mit dem sich Homo sapiens aktuell umgibt.”  Vom Kernkraftwerk bis zum Kugelschreiber ist in dieser Zahl alles enthalten.

Es ist nicht genug für alle da. Hahaha, ich lach mich schlapp. Da war Material für hundertausend Jahre Zivilisation, wenn wir es nur ein kleines bißchen klüger eingesetzt hätten.